Schweißtechnik – Normen & Regelwerke

Diese Übersicht bündelt zentrale Regelwerke für Planung, Fertigung, Qualitätssicherung und Prüfung in der Schweißtechnik. Die Auswahl ist orientierend; für Projekte ist stets der vertraglich geforderte Ausgabestand maßgeblich.

Organisation & Qualitätsmanagement

ISO 3834 (Teile 1–5)

Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen metallischer Werkstoffe

Die ISO-3834-Reihe definiert Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen metallischer Werkstoffe in Werkstätten und auf Baustellen.

Sie beschreibt Prozesse, Verantwortlichkeiten, Prüf- und Dokumentationspflichten sowie Abstufungen der Anforderungen je nach Qualitätsstufe.

In der Praxis ist sie eine Kernbasis für Schweißbetriebs- und Fertigungsorganisation und wird häufig mit Ausführungsnormen kombiniert.

ISO 14731

Schweißaufsicht: Aufgaben und Verantwortung

ISO 14731 legt Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Schweißkoordination innerhalb eines Herstellbetriebs fest.

Sie unterstützt die Zuordnung von Kompetenzen zu qualitätsrelevanten Tätigkeiten entlang des gesamten Schweißprozesses.

Damit schafft sie eine klare organisatorische Grundlage für Audits, Zertifizierungen und stabile Fertigungsqualität.

EN 1090-2

Ausführung von Stahltragwerken: Technische Regeln

EN 1090-2 regelt die technischen Anforderungen an die Ausführung von Stahltragwerken einschließlich schweißtechnischer Fertigungsanforderungen.

Sie verknüpft Ausführungsklassen, Prüfanforderungen, Dokumentation und Qualitätsmaßnahmen mit der werkseigenen Produktionskontrolle.

Für viele Stahlbau-Anwendungen ist sie das zentrale Ausführungsregelwerk und beeinflusst direkt Nachweisführung und Fertigungsabläufe.

EN 15085-2

Bahnanwendungen: Anforderungen an Schweißbetriebe

EN 15085-2 definiert Anforderungen an Schweißbetriebe für das Schweißen von Schienenfahrzeugen und Komponenten.

Sie beschreibt Einstufungen, Nachweise, organisatorische Anforderungen und Rahmenbedingungen für Konformität und Zertifizierung.

Damit ist sie das zentrale Regelwerk, wenn Schweißarbeiten im Bahnumfeld qualitätsgesichert und auditierbar umgesetzt werden müssen.

Personalqualifikation

EN ISO 9606-1

Prüfung von Schweißern: Stähle

EN ISO 9606-1 legt Anforderungen und Prüfbedingungen für die Qualifizierung von Schweißern für Stähle fest.

Sie definiert Geltungsbereiche, Prüfstücke, Prüfungen und Kriterien für die Anerkennung und Gültigkeit von Prüfungen.

Damit ist sie die Standardreferenz für schweißerbezogene Qualifikationsnachweise im Stahlbereich.

ISO 14732

Qualifikation von Schweißbedienern und Einrichtern (mechanisiert/automatisiert)

ISO 14732 beschreibt die Qualifizierungsprüfung für Schweißbediener und Einrichter bei mechanisiertem und automatischem Schweißen.

Sie legt fest, wie Kompetenz für Bedienung, Einrichtung und Überwachung der Schweißanlage nachgewiesen wird.

Das Regelwerk ist besonders relevant für serielle Fertigung, Robotik und automatisierte Prozesse mit dokumentierter Prozesssicherheit.

ISO 9712

ZfP-Personal: Qualifizierung und Zertifizierung

ISO 9712 definiert Anforderungen an Qualifizierung und Zertifizierung von Personal für zerstörungsfreie Prüfverfahren.

Sie regelt Ausbildungs- und Erfahrungszeiten, Prüfungen, Rezertifizierung sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen der Zertifizierung.

Damit schafft sie eine international vergleichbare Kompetenzbasis für VT, MT, UT, RT und weitere ZfP-Verfahren.

Verfahren, WPS & WPQR

ISO 15607

Allgemeine Regeln zur Spezifikation und Qualifizierung von Schweißverfahren

ISO 15607 legt die Grundregeln fest, nach denen Schweißverfahren beschrieben und qualifiziert werden.

Sie strukturiert anerkannte Qualifizierungswege und verweist auf die zugehörigen Normteile für WPS und Verfahrensprüfung.

Damit bildet sie den normativen Rahmen, um WPS und WPQR konsistent und auditfähig aufzubauen.

ISO 15609-1

WPS: Inhalt und Struktur für Lichtbogenschweißen

ISO 15609-1 beschreibt, welche Angaben eine Schweißanweisung für Lichtbogenschweißen enthalten muss.

Sie definiert die erforderlichen Prozess-, Werkstoff-, Naht- und Parameterangaben zur reproduzierbaren Fertigung.

Damit wird die WPS zu einem belastbaren Arbeits- und Qualitätsdokument für Produktion, Prüfung und Rückverfolgbarkeit.

ISO 15614-1

Verfahrensprüfung (WPQR) für Stahl und Nickel (Lichtbogen/Gas)

ISO 15614-1 legt Anforderungen an die Verfahrensprüfung fest, um Schweißverfahren für Stahl und Nickelwerkstoffe zu qualifizieren.

Sie beschreibt Prüfstücke, Prüfumfang, zerstörende Prüfungen und die Ableitung von Geltungsbereichen aus den Ergebnissen.

Damit entsteht eine normbasierte WPQR als Nachweis, dass ein Verfahren definierte Qualitätsanforderungen reproduzierbar erfüllt.

ISO 9692-1

Nahtvorbereitung: Fugenformen für Lichtbogenschweißen

ISO 9692-1 beschreibt standardisierte Fugenformen und Nahtvorbereitungen für das Lichtbogenschweißen.

Sie unterstützt die Auswahl geeigneter Geometrien in Abhängigkeit von Blechdicke, Zugänglichkeit und Fertigungsziel.

Damit wird die Nahtauslegung vergleichbarer, planbarer und in Zeichnungen eindeutig ableitbar.

Zeichnung, Prozesse & Toleranzen

ISO 2553

Schweißzeichen: Symbolische Darstellung in Zeichnungen

ISO 2553 standardisiert die Darstellung von Schweißverbindungen in technischen Zeichnungen durch Schweißzeichen.

Sie regelt Aufbau, Bedeutung und Anwendung der Symbole, damit Nahtform, Lage und Ausführung eindeutig kommuniziert werden.

Damit reduziert sie Interpretationsspielräume zwischen Konstruktion, Fertigung und Prüfung.

ISO 4063

Nomenklatur: Prozessnummern für Schweißen, Löten und Schneiden

ISO 4063 legt eine einheitliche Nomenklatur mit Referenznummern für Schweiß-, Löt- und Schneidprozesse fest.

Sie ordnet Prozesse in Hauptprozesse, Gruppen und Untergruppen ein, sodass Dokumentation und Spezifikation konsistent bleiben.

Damit werden WPS, WPQR, Zeichnungen und Fertigungsunterlagen eindeutig vergleichbar.

ISO 13920

Allgemeintoleranzen für geschweißte Konstruktionen

ISO 13920 definiert Allgemeintoleranzen für Längen, Winkel sowie Form und Lage bei geschweißten Konstruktionen.

Sie bietet Toleranzklassen als Alternative zur Einzelbemaßung und unterstützt eine praxisgerechte Werkstattgenauigkeit.

Damit lassen sich Zeichnungsangaben vereinheitlichen und Abnahmen objektiver gestalten.

Unregelmäßigkeiten & Qualitätsstufen

ISO 6520-1

Einteilung geometrischer Unregelmäßigkeiten (Schmelzschweißen)

ISO 6520-1 klassifiziert und benennt geometrische Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißnähten.

Sie schafft ein gemeinsames Vokabular für Befundung, Dokumentation und Kommunikation zwischen Fertigung und Prüfung.

Damit ist sie die Referenzbasis, auf die viele Bewertungs- und Abnahmeregeln aufbauen.

ISO 5817

Qualitätsstufen für Unregelmäßigkeiten (Stahl, Nickel, Titan)

ISO 5817 legt Qualitätsstufen für Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißnähten in Stahl, Nickel, Titan und deren Legierungen fest.

Sie ordnet zulässige Grenzen je Unregelmäßigkeitsart und Qualitätsniveau zu und unterstützt so objektive Abnahmekriterien.

Damit wird die Bewertung von Nähten in Fertigung und Prüfung nachvollziehbar und vergleichbar.

ISO 10042

Qualitätsstufen für Aluminium-Schweißnähte

ISO 10042 definiert Qualitätsstufen für Unregelmäßigkeiten an Lichtbogen-Schweißnähten aus Aluminium und Aluminiumlegierungen.

Sie liefert Annahmegrenzen je Fehlerart und unterstützt die Festlegung von Abnahmekriterien in Spezifikationen.

Damit ergänzt sie ISO 5817 für Anwendungen, in denen Aluminium werkstoffspezifisch bewertet werden muss.

Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) an Schweißnähten

ISO 17635

Allgemeine Regeln: Auswahl von ZfP-Verfahren und Bewertung

ISO 17635 gibt Leitlinien zur Auswahl geeigneter ZfP-Verfahren für Schweißnähte in metallischen Werkstoffen.

Sie beschreibt Grundregeln für Durchführung, Bezug zu Verfahrensnormen und die Auswertung im Kontext von Qualitätsanforderungen.

Damit dient sie als Dachregelwerk zur konsistenten Festlegung von Prüfumfang und Bewertungslogik.

ISO 17637

Sichtprüfung (VT) von Schmelzschweißverbindungen

ISO 17637 beschreibt die Anforderungen und Vorgehensweisen für die visuelle Prüfung von Schweißnähten.

Sie regelt Prüfschritte, Prüfumgebung, Hilfsmittel und Dokumentation zur reproduzierbaren Befundung.

Damit ist sie die Basisnorm für VT als erste und häufigste Prüfstufe in der Fertigung.

ISO 17638

Magnetpulverprüfung (MT) an Schweißnähten

ISO 17638 legt Anforderungen an die Magnetpulverprüfung von Schweißnähten fest.

Sie beschreibt Prüfmittel, Magnetisierungsarten, Verfahrensschritte und Dokumentation zur Detektion oberflächennaher Fehler.

Damit liefert sie ein normiertes Verfahren zur schnellen Riss- und Anzeigenprüfung bei ferromagnetischen Werkstoffen.

ISO 17640

Ultraschallprüfung (UT) von Schweißnähten

ISO 17640 definiert Techniken, Prüflevel und Bewertungsprinzipien für die Ultraschallprüfung von Schweißnähten.

Sie regelt die wesentlichen Parameter für Prüfdurchführung, Schallkopfwahl, Kalibrierung und Befundung.

Damit ist sie eine Kernnorm für volumetrische Prüfung, insbesondere bei dickeren Querschnitten und sicherheitsrelevanten Nähten.

ISO 17636-1

Radiographie (RT): Filmtechnik

ISO 17636-1 beschreibt die radiographische Prüfung von Schweißnähten mit Film unter Nutzung von Röntgen- oder Gammastrahlung.

Sie regelt Technik, Bildgüte, Aufnahmebedingungen und Vorgehensweisen zur reproduzierbaren volumetrischen Fehlerdetektion.

Damit liefert sie die normierte Grundlage für klassische RT-Aufnahmen in Fertigung und Abnahme.

ISO 17636-2

Radiographie (RT): Digitale Detektoren

ISO 17636-2 beschreibt die radiographische Prüfung von Schweißnähten mit digitalen Detektoren.

Sie definiert Anforderungen an Systemklassifizierung, Bildqualität, Aufnahmetechnik und Auswertung digitaler Bilder.

Damit wird RT digital vergleichbar spezifiziert und auditierbar dokumentiert.

Hinweis zur Anwendung: In projektspezifischen Regelwerken können zusätzliche Anforderungen gelten, die diese Übersicht ergänzt, aber nicht ersetzt. Für rechtsverbindliche Nachweise ist stets die im Projekt vertraglich festgelegte Ausgabe (inklusive Amendments/Cor) maßgeblich.

Beschichtungstechnik – Normen & Regelwerke

Übersicht relevanter Regelwerke für industriellen Korrosionsschutz (Stahlbau, Anlagenbau, Instandhaltung). Die Auswahl ist orientierend; für Projekte ist stets der vertraglich geforderte Ausgabestand maßgeblich.

Stand der Recherche: 17.02.2026 Hinweis: Normtexte sind urheberrechtlich geschützt

Korrosionsschutz durch Beschichtung – ISO 12944 (Kernreihe)

ISO 12944-1 — Allgemeine Einleitung

Die Norm legt Begriffe, Grundprinzipien und den Aufbau der ISO-12944-Reihe fest. Sie beschreibt den Rahmen zur Planung, Spezifikation und Bewertung von Korrosionsschutz-Beschichtungssystemen auf Stahl. Sie dient als Einstieg, damit die Teile 2 bis 9 konsistent angewendet werden.

LeitreihenwerkBegriffe & SystematikSpezifikation
ISO 12944-2 — Klassifizierung der Umgebungen

Die Norm ordnet atmosphärische und spezielle Umgebungen in Korrosivitätskategorien ein. Sie unterstützt damit die Auswahl geeigneter Beschichtungssysteme und Prüfanforderungen auf Basis der Beanspruchung. Sie ist eine zentrale Grundlage für Spezifikationen und Lebensdauerannahmen im Korrosionsschutz.

KorrosivitätsklassenUmgebungsbewertungAuslegung
ISO 12944-3 — Konstruktive Gestaltung (Design)

Die Norm behandelt konstruktive Aspekte, die die Schutzwirkung und Dauerhaftigkeit von Beschichtungen beeinflussen (z. B. Entwässerung, Spaltmaße, Kanten, Zugänglichkeit, Vermeidung von Schmutz-/Wasserfallen).

Sie dient als Leitfaden, um bereits in der Konstruktion korrosionsfördernde Details zu vermeiden und eine beschichtungsgerechte Ausführung sicherzustellen.

DesignDetailausbildungDauerhaftigkeit
ISO 12944-4 — Oberflächenarten & Oberflächenvorbereitung

Die Norm beschreibt Grundlagen zu Stahloberflächen und zur erforderlichen Oberflächenvorbereitung als Voraussetzung für leistungsfähige Beschichtungssysteme.

Sie unterstützt die Spezifikation von Vorbehandlungszielen und Schnittstellen zu den ISO-850x-Normen (Reinheit, Rauheit, Verunreinigungen).

VorbereitungSchnittstelle ISO 850xGrundlagen
ISO 12944-5 — Beschichtungssysteme

Die Norm beschreibt typische Schutzbeschichtungssysteme und deren prinzipielle Eignung für definierte Beanspruchungen. Sie unterstützt die Auswahl von Systemaufbauten, ohne die Herstellerspezifikation zu ersetzen. Sie verknüpft Anforderungen an Vorbehandlung, Schichtaufbau und erwartete Leistung im Systemkontext.

SystemauswahlSchichtaufbauPlanung
ISO 12944-6 — Laborprüfverfahren (Performance Tests)

Die Norm beschreibt Laborprüfverfahren zur Leistungsbewertung von Beschichtungssystemen. Sie schafft Vergleichbarkeit über definierte Prüfabläufe, ohne eine reale Einsatzdauer zu garantieren. Sie wird häufig für Qualifikation, Systemfreigaben und Spezifikationsanforderungen genutzt.

QualifikationLaborprüfungenVergleichbarkeit
ISO 12944-7 — Ausführung und Überwachung der Beschichtungsarbeiten

Die Norm beschreibt Anforderungen an die Ausführung und Überwachung von Beschichtungsarbeiten. Sie adressiert Organisation, Kontrolle und Dokumentation entlang des Beschichtungsprozesses. Sie unterstützt damit eine reproduzierbare Qualität in Neu- und Instandsetzungsprojekten.

AusführungÜberwachungDokumentation
ISO 12944-8 — Erstellung von Spezifikationen (Neubau & Instandhaltung)

Die Norm unterstützt die strukturierte Erstellung von Beschichtungsspezifikationen für Neubau und Instandsetzung (u. a. Umgebungs-/Korrosivitätsannahmen, Vorbehandlung, Systemaufbau, Prüf- und Abnahmekriterien, Dokumentation).

Sie hilft, Anforderungen konsistent und auditierbar zu formulieren – als Schnittstelle zwischen Planung, Ausführung und Qualitätssicherung.

SpezifikationAusschreibungQA/Abnahme
ISO 12944-9 — Offshore und verwandte Strukturen

Die Norm erweitert die ISO-12944-Reihe um Anforderungen für Offshore- und vergleichbare hochbeanspruchte Bereiche. Sie unterstützt die Spezifikation von Systemen für extreme Korrosions- und Mechanikbeanspruchungen. Sie wird häufig als Referenz für Marine-, Küsten- und Offshore-Anwendungen herangezogen.

OffshoreHochbeanspruchungSpezifikation

Oberflächenvorbereitung & Sauberkeit (Vorbehandlung)

ISO 8501-1 — Visuelle Beurteilung der Oberflächenreinheit

Die Norm definiert visuelle Rostgrade und Oberflächenvorbereitungsgrade für Stahl vor dem Beschichten. Sie unterstützt eine einheitliche Beurteilung nach Reinigung, Entrostung und Strahlen. Sie ist ein grundlegender Referenzpunkt für Spezifikationen, Abnahmen und Prüfberichte.

ReinheitsgradeVisuelle BewertungAbnahme
ISO 8501-3 — Vorbereitungsgrade an Schweißnähten und Kanten

Die Norm definiert Vorbereitungsgrade für Schweißnähte, Kanten und Oberflächenunregelmäßigkeiten. Sie hilft, typische Fehlstellen vor dem Beschichten eindeutig zu identifizieren und zielführend zu bearbeiten. Sie unterstützt damit eine bessere Beschichtungsperformance durch robuste Detailausführung.

Schweißnaht/KanteDetailqualitätPerformance
ISO 8502-3 — Staubprüfung (Klebebandverfahren)

Die Norm beschreibt ein Verfahren zur Beurteilung von Staub auf gestrahlten Oberflächen. Sie unterstützt die Klassifizierung nach Menge und Partikelgröße auf Basis eines Klebebandabzugs. Sie wird häufig als Freigabekriterium vor dem Beschichten eingesetzt.

StaubkontrolleFreigabeVor Beschichtung
ISO 8502-6 — Extraktion löslicher Verunreinigungen (Patchverfahren)

Die Norm beschreibt ein Verfahren zur Extraktion wasserlöslicher Verunreinigungen von Stahloberflächen. Sie liefert damit eine Grundlage, um Salzbelastungen vor dem Beschichten zu erfassen. Sie wird oft zusammen mit der Leitfähigkeitsbestimmung nach ISO 8502-9 angewendet.

Lösliche SalzeBresle/PatchVor Beschichtung
ISO 8502-9 — Leitfähigkeitsbestimmung wasserlöslicher Salze

Die Norm beschreibt die Bestimmung wasserlöslicher Salze über die Leitfähigkeit eines Extrakts. Sie unterstützt eine praxisnahe Bewertung der Salzbelastung auf der Oberfläche als Risikoindikator. Sie wird typischerweise in Kombination mit einer definierten Extraktionsmethode angewandt.

LeitfähigkeitSalzbewertungFeldprüfung
ISO 8504-2 — Oberflächenvorbereitung durch Strahlen

Die Norm beschreibt Verfahren der Oberflächenvorbereitung durch Strahlen. Sie unterstützt die Auswahl und Anwendung von Strahlverfahren für definierte Vorbereitungsgrade. Sie dient als methodische Referenz für Spezifikationen, Arbeitsanweisungen und Qualitätskontrollen.

StrahlverfahrenArbeitsanweisungQualität

Strahlmittel (Spezifikation)

ISO 11124-1 — Metallische Strahlmittel (Klassifikation)

Die Norm beschreibt eine Klassifikation metallischer Strahlmittel zur Oberflächenvorbereitung. Sie unterstützt eine eindeutige Bezeichnung über relevante Eigenschaften und Lieferzustände. Sie gilt für neue, unbenutzte Strahlmittel und ersetzt keine Prozessqualifikation vor Ort.

Stahlkies/SchrotBezeichnungSpezifikation
ISO 11126-1 — Nichtmetallische Strahlmittel (Klassifikation)

Die Norm beschreibt eine Klassifikation nichtmetallischer Strahlmittel zur Oberflächenvorbereitung. Sie unterstützt eine vollständige Bezeichnung anhand definierter Eigenschaften und Lieferzustände. Sie gilt für neue, unbenutzte Strahlmittel und ersetzt keine Prozessqualifikation vor Ort.

NichtmetallischSpezifikationVorbehandlung

Messung & Prüfung (Schichtdicke, Haftung, Bewertung)

ISO 2808 — Bestimmung der Schichtdicke

Die Norm beschreibt Verfahren zur Messung von Nass- und Trockenschichtdicken sowie weiteren schichtdickenbezogenen Messungen. Sie unterstützt die Auswahl passender Messmethoden abhängig von Substrat, Beschichtung und Messziel. Sie dient als Referenz für Prüfpläne, Dokumentation und Abnahmekriterien.

SchichtdickeMessverfahrenPrüfplan
ISO 19840 — Trockenschichtdicke auf rauen Oberflächen (Akzeptanz)

Die Norm beschreibt die Verifizierung von Trockenschichtdicken gegenüber einer Nennschichtdicke auf rauen Oberflächen. Sie definiert Vorgehen zur Geräteeinstellung, Messflächenbildung, Stichprobenplanung und Annahme- bzw. Ablehnungskriterien. Sie wird häufig in Verbindung mit ISO-12944-Spezifikationen genutzt.

DFTRauheitAkzeptanz
ISO 2409 — Gitterschnittprüfung

Die Norm beschreibt ein Prüfverfahren zur Bewertung der Widerstandsfähigkeit von Beschichtungen gegen Ablösung nach einem Gitterschnitt. Sie liefert eine praxisnahe, vergleichende Beurteilung, ohne eine absolute Haftfestigkeit zu messen. Sie wird häufig als schnelle Qualitätsprüfung im Projekt- und Serienumfeld verwendet.

GitterschnittQualitätsprüfungVergleich
ISO 4624 — Abreißprüfung (Pull-Off) zur Haftung

Die Norm beschreibt Verfahren zur Bestimmung der Haftung über eine Abreißprüfung an Beschichtungen. Sie ermöglicht die vergleichende Bewertung unterschiedlicher Beschichtungssysteme und Untergründe. Sie ist besonders relevant für Abnahmen, Schadensanalysen und qualitätsgesicherte Instandsetzungen.

HaftungPull-OffAbnahme
ISO 4628-3 — Beurteilung des Rostgrades

Die Norm beschreibt Verfahren zur Bewertung des Rostgrades beschichteter Oberflächen anhand bildlicher Vergleichsstandards. Sie unterstützt eine einheitliche Einstufung von Rostdurchbrüchen und Unterrostungen. Sie ist relevant für Zustandsbewertungen, Instandhaltungsentscheidungen und Berichtswesen.

RostgradZustandsbewertungInstandhaltung
ISO 4628-6 — Bewertung des Kreidungsgrades (Klebeband)

Die Norm liefert Referenzen und ein Verfahren zur Bewertung des Kreidungsgrades von Beschichtungen. Sie unterstützt eine reproduzierbare Einstufung durch definierte Vorgehensweise und Vergleichsbilder. Sie wird häufig in der Zustandsbewertung von Wetterbewitterung und Alterung eingesetzt.

KreidungAlterungBewertung

Korrosionsumgebung & Korrosionsprüfungen

ISO 9223 — Atmosphärische Korrosivität (Kategorisierung)

Die Norm beschreibt Schlüsselfaktoren und Kategorien der atmosphärischen Korrosivität für Metalle. Sie unterstützt die Einordnung von Umgebungsbedingungen auf Basis wesentlicher Einflussgrößen. Sie wird häufig ergänzend zur Auslegung von Korrosionsschutzsystemen herangezogen.

KorrosivitätAtmosphäreKategorisierung
ISO 9227 — Salzsprühnebelprüfungen

Die Norm beschreibt Apparatur, Reagenzien und Abläufe für Salzsprühnebelprüfungen als Korrosionsprüfung in künstlicher Atmosphäre. Sie dient der vergleichenden Bewertung des Korrosionsverhaltens von Werkstoffen und Schutzsystemen. Für Projekte ist zu prüfen, ob Amendments/Cor oder nationale Ausgaben zusätzlich gefordert sind.

SalzsprühnebelKünstliche AtmosphäreVergleich

Alternative / ergänzende Systeme (Metallische Überzüge)

ISO 1461 — Stückverzinken (Eigenschaften & Prüfungen)

Die Norm beschreibt Eigenschaften und Prüfmethoden für Stückverzinken an gefertigten Eisen- und Stahlteilen. Sie unterstützt die Spezifikation, Prüfung und Abnahme von Zinküberzügen aus dem Tauchverfahren. Sie ist besonders relevant bei Duplex-Systemen, Schnittstellen zur Beschichtung und Qualitätsnachweisen.

FeuerverzinkenPrüfungAbnahme
ISO 2063-1 — Thermisches Spritzen (Design & Qualitätsanforderungen)

Die Norm beschreibt Anforderungen an Korrosionsschutz durch thermisch gespritzte metallische Überzüge. Sie adressiert Planung und konstruktive Gesichtspunkte sowie Qualitätsanforderungen für das System. Sie ist relevant, wenn Zink, Aluminium oder deren Legierungen als metallischer Schutz eingesetzt werden.

Thermisches SpritzenDesignQualität
ISO 2063-2 — Thermisches Spritzen (Ausführung)

Die Norm beschreibt Anforderungen an die Ausführung von Korrosionsschutzsystemen durch thermisches Spritzen. Sie unterstützt die Prozess- und Qualitätslenkung von Vorbereitung bis Schichtauftrag. Sie wird genutzt, um eine nachvollziehbare Ausführungsqualität und Dokumentation sicherzustellen.

AusführungProzesslenkungDokumentation
Hinweis: Diese Seite liefert eine Orientierung und ersetzt nicht den Normkauf oder projektspezifische Vertrags-/Spezifikationsprüfungen. Für Ausschreibungen und Abnahmen bitte immer die vertraglich vereinbarte Ausgabe (DIN/EN/ISO inkl. Amendments/Cor) referenzieren.